The Journey Goes On

Gemeinsam unterwegs...

Kategorie: Family Blog (Seite 6 von 7)

Unsere Faschingsferien

In den Faschingsferien jagte ein landschaftliches Highlight das andere, so dass ich fast in Stress kam, um den Überblick zu behalten: Fotos sortieren, Tagebuch schreiben und eigentlich wollte ich ja auch schon lange wieder einen Blogbeitrag schreiben. Daher gibt es von unseren Faschingsferien einfach ein paar Fotos.

Los ging es mit einem Strandausritt in der Golden Bay. Nach über zehn Jahren wagte ich mich wieder auf ein Pferd….

 

Ganz am nördlichsten Ende der Südinsel am Wharariki Beach verbrachten wir einen wunderschönen Strandtag und sahen sogar einige Seehunde. Die Strömung war jedoch so heftig, dass an ein erfrischendes Bad nicht zu denken war. Weiterlesen

Abel Tasman Coast Track

Der Abel Tasman National Park und vor allem der dortige Coast Track gehört wohl zu den beliebtesten Great Walks in Neuseeland. Auch für uns was dieses Ziel klar. Uns war aber auch klar, dass wir den Great Walk nicht in Gänze mit den Kindern machen können, aber vielleicht ein oder zwei Teilabschnitte, z.B. mit Wassertaxi hin und zu Fuß zurück oder so ähnlich. Das war der Plan. Wir fuhren in den Nordteil des Parks und nahmen dort die 10km Schotterstraße zum DOC-Campingplatz Totaranui. Der Regen hörte fast gleichzeitig mit unserem Eintreffen auf und vor uns breitete sich ein circa ein Kilometer langer Sandstrand aus und ein herrlicher Campingplatz, wie so oft nur mit kalten Duschen, aber das schockt uns schon lange nicht mehr. Die DOC Camps vom neuseeländischen Department of Conservation sind fast immer an super schönen Stellen und meist deutlich günstiger als kommerzielle Campgrounds. Es gibt dafür halt kein Schnick-Schnack, sondern oft nur Plumpsklo und wenn man Glück hat eben kalte Duschen, aber oft nicht mal das.

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Unser erster Workaway-Einsatz bei Roger in Manakau

Letztes Jahr im April registrierten wir uns bei Workaway. Diese Plattform bringt Menschen zusammen, indem man gegen Kost und Logis bei anderen Menschen arbeitet. Da man nur bei Privatpersonen arbeitet und nicht in Unternehmen, ist es auch möglich dies mit einem Touristenvisum zu machen.

Nachdem wir unser eigenes Profil erstellt hatten, waren wir total heiß auf Workaway und versuchten schon im Sommer 2019 einen Platz bei einer Familie in der Schweiz zu bekommen. Leider klappte das nicht, da die Familie aktuell keinen Bedarf hatte. Die Plattform ist primär für junge Erwachsene angelegt, aber wir sind nicht die einzige Familie, die sich da auch rumtreibt.

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„Und was ist jetzt anders als in Deutschland?“

…fragte uns Kira nach den ersten Reisewochen.

Inzwischen sind wir über sechs Wochen unterwegs und unsere Begeisterung für Neuseeland hat sich noch nicht so auf Kira und Nele übertragen. Vordergründig können wir Kira ja nur recht geben: wir reisen in einem westlichen Land, abgesehen von der Sprache unterscheidet sich der Alltag nicht von unserem deutschen Alltag.

Einkaufen
Im Supermarkt erhalten wir viele Produkte, die wir von Zuhause kennen: Barillanudeln in allen Variationen, Kellogs Cornflakes, Ketchup von Heinz und Frischkäse von Philadelphia und (zu Neles großer Freude) Nutella, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Tatsache an sich finde ich angesichts der Globalisierung nicht erstaunlich, dass viele Produkte jedoch in Europa hergestellt und bis nach Neuseeland transportiert werden, erstaunt mich doch sehr.
Im Supermarkt schauen wir hier extrem auf die Preisschilder – anders als in Deutschland fallen bei Sonderaktionen die Preise manchmal um bis zu 50 % und zwar täglich und nicht wöchentlich.
Schon beim ersten Einkauf fiel uns auf, dass es gibt keine Plastiktüten gibt, in die unsere Einkäufe verpackt werden könnten. Diese wurden komplett abgeschafft. Auf dem Parkplatz hängen Schilder mit der Aufschrift „Remember your bags“. Wenn ich meine Einkaufstaschen vergessen habe, kann ich nur Stofftaschen kaufen. Auch ist mehr Personal im Einsatz, die Einkäufe werden eingepackt und alles geht ruhiger und mit weniger Hektik zu, als an einer deutschen Supermarktkasse.

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Zwei Tage im Regenwald

Auf der „Things to do“-Liste stehen in Neuseeland natürlich Wanderungen. Kira spricht die ganze Zeit davon, dass sie unbedingt einen „Great Walk“ machen möchte. Ganz bewusst unterließen wir es jedoch im Vorfeld Reservierungen für eine der mehrtätigen Wanderungen zu machen, da uns dies wieder in ein Zeitraster gepresst hätte und genau dies wollten wir ja vermeiden.

Ursprünglich wollten wir ja einen Teil des Abel Tasman Tracks laufen, da wir vor 13 Jahren diesen ausgelassen hatten und ich mir nichts Schöneres vorstellen konnte, als an der Küste entlangzuwandern, von Bucht zu Bucht und immer wieder an paradiesischen Stränden ins Wasser zu springen…. Doch die Preisliste für Übernachtungen belehrte uns dann doch eines Besseren. OK, Abel Tasman war gestrichen, das gab das Budget einfach nicht her.

Und da half uns doch der Zufall wieder weiter. Im letzten DOC Visitor Center nahmen wir eine Broschüre des Lake Waikaremoana mit, der im Te Urewera Nationalpark liegt und sich ein wenig abseits der touristischen Route befindet. Schon die Anfahrt von Rotorua war ein Highlight, da wir die Te Urewera Rainforest Route nahmen. So ganz konnten wir ja nicht glauben, dass wir für die 130 Kilometer laut unserer App maps.me (Hier ein herzliches Dankeschön an Kerstin für den Tipp!) vier Stunden brauchen sollten. Zwar sollten 72 Kilometer der Strecke unbefestigt sein, aber Schotterstraßen kannten wir ja aus Namibia und die waren damals eigentlich sehr gut zu befahren.

OK, die App hatte sich nicht getäuscht. Es war eine grandiose Fahrt, immer wieder durch verwunschene Flusstäler, eine Kurve nach der anderen, hoch den Berg und wieder runter, Einsamkeit pur und rechts und links nur der Regenwald. Vorbei an grasenden Pferden und immer wieder durch kleine Ansiedlungen mit ein paar Häusern. Nie hätten wir gedacht, dass wir der Einsamkeit so schnell so nahekommen würden. Irgendwann ging es um die Kurve und dann breitete sich ein Seitenarm des Lake Waikaremoana majestätisch vor uns aus. Wenige Kilometer später konnten wir im Campingplatz einchecken.

Da es sehr heiß war, nutzten wir den nächsten Tag zum Planen unserer Wanderung, zum Baden, zum Packen und natürlich für den täglichen Schulunterricht.

Den gesamten Great Walk konnten wir nicht machen, da die zu bewältigenden Strecken einerseits für Nele zu weit wären und andererseits Oli und ich ja dann unglaublich viel Gepäck tragen müssten. Kira trägt zwar auch einen Rucksack mit sechs bis sieben Kilogramm, aber es bleiben dann trotzdem noch für Oli und mich je einen großen Rucksack mit Schlafsäcken, Regenkleidung, Wechselwäsche sowie das gesamte Essen für mehrere Tage.

Wir entschieden uns also für eine vereinfachte Version und ließen uns mit dem Wassertaxi zum vorletzten Abschnitt der Wanderung bringen. Laut Höhenprofil sollten dann nur wenige Höhenmeter zu bewältigen sein und die beiden Tagesstrecken hatten mit sechs, bzw. acht Kilometer genau die richtige Länge. Inzwischen hatten wir auch schon gelernt, dass wir die Zeitangaben, die vom Department of Conservation vorgeschlagen werden, immer ernst nehmen müssen und nicht eigenhändig die Kilometerangaben in Stunden umrechnen. Auf den ersten Blick erscheint es etwas merkwürdig, wenn für sechs Kilometer drei Stunden angegeben werden. Schnell merkten wir jedoch, dass der Weg dann entsprechend anspruchsvoll ist und die vorgeschlagene Zeit auf jeden Fall benötigt wird. Als Faustregel schlagen wir dann immer noch 1/3 der vorgeschlagenen Zeit hinzu und dann passt es für unsere Familie ganz gut.

Nachdem alle Rucksäcke gepackt waren, ging es am Morgen mit dem Wassertaxi los, das uns zu unserem Startpunkt die Marauiti Hut brachte. Es ging einmal quer über diesen wunderschönen See, der bis zu 330 Meter tief ist und fast gänzlich von Wald umrahmt wird.

Nachdem das Wassertaxi uns abgesetzt und die Rückfahrt angetreten hatte, waren wir ganz alleine an einem einsamen Uferabschnitt. Wir wussten, dass für den Abend auf der Hütte noch drei weitere Personen angemeldet waren, aber aktuell befanden wir uns mitten im Nationalpark – nur unsere Familie und sonst kein Mensch. Erstaunlicherweise fanden unsere Kinder diese Tatsache jedoch kein bisschen beängstigend. Nach dem Verhallen des Motorenlärms des Wassertaxis umgab uns eine unbeschreibliche Ruhe, lediglich ein paar schwarze Schwäne waren ganz gechillt auf dem See unterwegs.

Eine Fotosession später ging es dann los. Der Weg schlängelte sich am Ufer entlang, zum Glück reichte der Wald jedoch bis an Ufer, so dass der Weg angenehm schattig war. Bei den für heute angekündigten 30 Grad ein echter Segen! Immer wieder hielten wir an, um den fantastischen Ausblick auf den See zu genießen, einen Blick in den undurchdringlichen Regenwald zu werfen und den unterschiedlichsten Tiergeräuschen zu lauschen. Obwohl es hier seit vier Wochen kaum geregnet hat, mussten wir diverse Matschlöcher auf dem Wanderweg umgehen, bzw. durch diese auf ausgelegten Ästen balancieren. An zwei besonders schönen Stellen hielten wir zum Baden an, das Wasser war glasklar und angenehm erfrischend.

Gegen 16 Uhr kamen wir an der Waiharuru Hütte an und konnten kaum glauben, was wir sahen. Zwei große Gebäude mitten im Regenwald (Schlafraum und Aufenthalts-/Essraum) und davor ein fast englischer Rasen. Die Badebucht war natürlich auch nicht weit und so sprangen wir erstmal wieder ins Wasser. Ganz anders als die Alpenvereinshütten, die wir aus den Bergen kennen, sind diese Hütten reine Selbstverpflegungshütten. Es ist zwar teilweise ein Hüttenwart vor Ort, aber alle Lebensmittel müssen selbst mitgebracht werden. Jede Person ist für seinen eigenen Müll verantwortlich und muss diesen wieder mit nach Hause nehmen. Wenn man Glück hat, ist eine Kochstelle mit Gasversorgung vorhanden, oft muss man aber auch seinen eigenen Kocher und sein eigenes Geschirr mitbringen, was dieses Mal der Fall war. Da zum Schlafen nur Matratzen vorhanden sind, tragen wir auch vier Schlafsäcke – vier Hüttenschlafsäcke, wie wir es von den Alpenvereinshütten kennen, hätten deutlich weniger Gewicht gehabt!

Allmählich wurde es Abend und die Geräusche des Regenwaldes nahmen immer mehr Raum ein. Der Sternenhimmel in der Nacht war einfach nur gigantisch und zum Glück störten keine Schnarcher unsere Nachtruhe (wir waren dann doch nicht nur zu siebt, aber mit insgesamt zwölf Personen war die Hütte wenig belegt, da für insgesamt 40 Personen Schlafplätze vorhanden waren).

Am nächsten Tag ging der Weg durch den Regenwald gerade so atemberaubend weiter. Gegen Mittag kamen wir an der Whanganui Hütte an. Nach einem erfrischenden Bad wurden wir vom Wassertaxis abgeholt und zurück zum Campground gefahren. Auch die Fahrt mit dem Wassertaxi war sehr beeindruckend, um uns herum so viel dichtes Grün, das vom Außenborder aufgewirbelte Wasser kristallklar und ein herrlicher Wind wehte uns um die Nase.

So habe ich mir die Reise vorgestellt: Dinge auf mich zukommen lassen, Gelegenheiten ergreifen, Augenblicke genießen und Natur in mich aufsaugen. Es braucht so wenig, um zufrieden und ausgeglichen zu sein. Unsere Kinder laufen singend vor uns durch den Wald und die Natur wirkt auf sie und auf uns so beruhigend und ausgleichend.

Neles Geburtstag

Sonst immer im Winter, dieses Jahr im Sommer.

Leider musste Nele dieses Jahr auf eine Party mit ihren Freundinnen und Freunden und vor allem mit Oma und Opa verzichten. Aber um das wieder gut zu machen hatte sie sich dann wenigstens einen Geburtstag am Strand gewünscht, was logischerweise die Freundinnen/Freunde sowie Oma und Opa nicht wett machen konnte.

Immerhin konnten wir beim Café um die Ecke einen Schokokuchen organisieren, Kira richtete einen tollen Geburtstagstisch und Geschenke zum Auspacken gab es natürlich auch.

Den Tag haben wir dann wie gewünscht am Meer verbracht. Zuerst waren wir schnorcheln, wo wir aber leider nicht viele Fische gesehen haben und dann haben wir den „Lonely Beach“ entdeckt und der war wirklich lonely. Dort hatte dann noch ein alter Pirat eine Schatzdose versteckt, die Nele auch bald ausgebuddelt hatte.

Das „Reise-Gefühl“ stellt sich ein…

Reisen mit über 40 🙂

Seit einer knappen Woche sind wir nun mit unserem größeren Gefährt unterwegs. Endlich stellt sich ein Reise-Gefühl ein und wir werden alle entspannter und finden allmählich unseren Rhythmus. Im Kauaeranga Valley in der Nähe von Thames verbringen wir herrliche Tage auf einem DOC Campingplatz. Das sind die Campingplätze des „Department of Conservation“ in Neuseeland, die staatlich betrieben, an landschaftlich wunderschönen Stellen und recht einfach in der Ausstattung sind. Bei den einfachen Plätzen bedeutet dies, dass in der Regel eine Toilette und fließend Wasser zur Verfügung stehen, jedoch keine weiteren sanitären Einrichtungen. Da wir hier direkt an einem etwas größeren Bach mit einer herrlichen Badestelle stehen, ist das jedoch kein Problem. Das Wetter zeigt sich von der besten Seite und wir genießen die Tage mit Nichtstun, Schwimmen  und verbringen viel Zeit miteinander. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mir das letzte Mal Zeit für „Pferdchen-Spiele“ mit meinen Töchtern genommen habe. Jetzt ist sie da – so viel Zeit für gemeinsame Erlebnisse.

Resumee der ersten Tage – wir sind keine 30 mehr….

Unsere Anreise war ja schon etwas holprig und auch nach über einer Woche hatten wir das ungute Gefühl nicht so richtig in unserer Reise anzukommen. Geplant hatten wir ja eigentlich alles gut: Start in der Nähe von Whangarei auf einem schönen Platz direkt hinter den Dünen, drei Tage baden und Sandburgen bauen und einfach nur entspannen. Doch in der Realität machte uns das Wetter – genauer gesagt ein nicht enden wollender starker Wind – einen kräftigen Strich durch die Rechnung. An komplette Strandtage war ja aufgrund der sehr starken UV-Strahlung sowieso nicht zu denken, aber auch nach 15 Uhr wurden wir regelrecht vom Strand davongeweht. Wir füllten die Tage mit Ausflügen zu Wasserfällen und einer Glühwürmchenhöhle auf, für die Kinder fühlte sich dies jedoch nicht nach richtigem Urlaub an.

Nach einer Woche wagten wir dann den ersten Versuch – trotz heftigem Wind – unsere Kinder zum ersten Mal zu unterrichten. 16 Kilogramm Schulmaterial haben wir ja schließlich mitgebracht: Schulbücher, Arbeitshefte, weitere Arbeitshefte, Mäppchen, Kopien, diverse Mathelernspiele für Nele – an der Ausrüstung mangelte es nicht. Allein die Umsetzung war dann doch etwas schwierig: ein Kind hatte Platz im Camper und somit einen super windfreien Arbeitsplatz hinter der geschlossenen Türe. Das andere Kind hatte definitiv das Nachsehen und musste ständig schauen, dass sich die Arbeitsblätter und Stifte nicht durch den Wind selbstständig machten. Zugegeben: so könnte ich mich auch nicht konzentrieren. Wir beide sahen hier ein riesiges Problem auf uns zukommen und hatten plötzlich einen ziemlichen Stress an der Backe. Beide Kinder wollen im September zurück in ihre alte Klasse, der tägliche Unterricht ist Teil unserer Familienauszeit und mit den Lehrerinnen und Lehrern unserer Kinder abgesprochen. Die Versetzung in die nächste Klasse wird zur Probe sein – schaffen wir es nicht unsere Töchter zu beschulen müssen sie die Klasse wiederholen. Das ist jedoch für beide keine Option.

Das Tetris-Spiel „Camper Einräumen“ klappte inzwischen immer besser, wurde aber auch von Tag zu Tag nerviger und ich konnte die Frage „Mama / Frauke, wo ist…???“ irgendwann nicht mehr hören. Dazu ging auch noch der Kühlschrank kaputt, so dass wir den Frust am Abend weder mit einem kalten Bier wegspülen noch irgendwie auf Vorrat einkaufen konnten. Die Schlafsituation hatten wir ja einigermaßen im Griff, da zwei Personen immer im Zelt schliefen. Dies bedeutete aber auch, dass wir nicht auf ganz einfachen Stellplätzen übernachten konnten, auf denen das Zelten nicht erlaubt ist. Genau darauf hatten wir uns allerdings sehr gefreut – mitten in der Natur zu sein. Eine weitere große Sorge kam hinzu: was passiert, wenn sich das Wetter ändert? Es wird in den nächsten Monaten auch regnen und die Temperaturen werden nicht immer so sein, dass wir die ganze Zeit im Freien verbringen können. Wir sind schließlich bis Ende März in Neuseeland unterwegs und da wird allmählich der Herbst Einzug halten.

Nach wenigen Tagen war uns klar: wir haben uns mit der Größe des Campers total verkalkuliert. Am meisten ärgerten wir uns über uns selbst, dass uns dieser Fehler so passieren konnte. Natürlich haben wir viele Urlaub mit Mietwagen und kleinem Zelt gewuppt – ABER ohne Kinder und vor über 12 Jahren. Haben wir nicht zu Hause einen Wohnwagen stehen, den wir extra mit fest eingebautem Sitzplatz für vier Personen gekauft haben, damit wir uns im Urlaub nicht so auf der Pelle sitzen? Und im Urlaub müssen wir unsere Kinder nicht unterrichten…

Jetzt galt es zügig eine Lösung zu finden. Unsere Mädels sind wirklich nicht anspruchsvoll, aber die Situation drohte doch immer mehr zu kippen. Wir rechneten, holten Angebote ein und hatten zweifaches Glück: unser aktueller Vermieter nimmt den Camper zurück und erstattet uns sogar noch einen Teil der natürlich bereits bezahlten Mietgebühren. Und: trotz Hochsaison können wir am 9. Januar in Auckland ein neues Wohnmobil im Empfang nehmen: ein rollendes Zuhause, mit vier festen Schlafplätzen und Sitzplatz für vier Personen… wir sind gespannt wie sich die Reise dann anfühlt.

Buschbrände in Australien

Am 5. Januar kamen wir nachmittags auf dem Holiday Park in Rawena an. Hier erhofften wir uns etwas Erholung von dem ständigen Wind an der Küste, der uns inzwischen alle sehr nervte. Gegen 17 Uhr verändert sich der Himmel ganz langsam und schleichend. Zuerst dachten wir ein Gewitter und Regen zieht auf, da es dunkler wurde und sich der Himmel auch farblich änderte. In der Annahme, dass es bald regnen würde, bauten wir schnell unser Zelt auf, um später einen trockenen Schlafplatz zu haben.

Der Himmel nahm eine immer bedrohlichere Farbe an, verfärbte sich von leicht rötlich zu einem immer beängstigenden dunkelorange, die Farben waren sehr furchteinflößend und ließen sich nicht mehr mit einem aufziehenden Gewitter erklären. Wir kamen mit anderen Campern ins Gespräch, die uns dann erklärten, dass es sich hier um die Rauchwolken der Buschbrände von der Ostküste von Australien handelte, die vom Wind nun über die Nordinsel von Neuseeland getrieben wurden.

Dichte Wälder und Kauri Bäume

 

In den letzten Tagen unternahmen wir einige schöne Wanderungen durch dichte,  ursprüngliche Wälder. Oft handelte es sich um begrenzte Waldgebiete, die sich zumeist in einem Flusstal befanden. Der Bewuchs war undurchsichtig und die gut angelegten Wanderwege führten uns durch die ursprüngliche Bewaldung, wie sie früher große Teile der Nordinsel eingenommen hatte. So viele unserer Topfpflanzen aus dem heimischen Wohnzimmer haben hier ihre sehr großen Geschwister!

Immer wieder wird deutlich wie sehr die Neuseeländer ihre Natur achten, schätzen und versuchen zu bewahren. Um das Absterben der Kauri Bäume zu verhindern, müssen zu Beginn und am Ende von jedem Treck die Wanderschuhe an speziellen Säuberungsstationen geputzt und mit Desinfektionsmittel behandelt werden.

Einige der ältesten Kauri-Bäume, die es überhaupt gibt, besichtigen wir auf unserm Weg von Rawena nach Dagersville. Das Alter der unter Naturschutz stehenden Bäume wird auf 1200 bis 2000 Jahre geschätzt. Um das Absterben der Bäume, die ein extrem empfindliches Wurzelwerk haben, zu verhindern, darf – neben der obligatorischen Schuhreinigung – der Wanderweg nicht verlassen werden.

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