The Journey Goes On

Gemeinsam unterwegs...

Abschied auf Raten

Der Abschied von Helsinki fiel leicht und das regnerische und kalte Wetter passte zu meiner Stimmung. Nach dem Einchecken mussten wir über drei Stunden warten, bis wir endlich auf die Fähre fahren durften, genügend Zeit um sentimental zu werden – nun ist der zweite Teil unserer Familienzeit zu Ende. Genau 104 Tage reisten wir: zuerst durch Deutschland, dann über Polen durch die baltischen Länder bis nach Finnland. Auch diesmal waren wir über drei Monate unterwegs, doch irgendwie kam mir die Zeit viel kürzer vor. Es fühlte sich weniger wie eine Reise, sondern eher wie ein verlängerter Sommerurlaub an. Wir sahen viel in den letzten Monaten –  wunderschön renovierte Städte, einsame Strände, endlose Wälder und wir verbrachten nochmals eine sehr intensive Zeit als Familie, von der wir alle zehren werden. Doch letztendlich war es eine Notlösung und im Vergleich zu den geplanten Ländern Australien, Namibia, Südafrika, Botswana einfach „nur“ Europa. Und ganz abgesehen von den Ländern, die wir unseren Kindern zeigen wollten, konnten wir auch viele Freund*innen in Australien, Namibia und Südafrika nicht treffen. Weiterlesen

Helsinki – unsere vierte Hauptstadt auf der Reise

Vilnius, Riga und Tallinn – jede Hauptstadt der drei baltischen Staaten hatte uns mit ihrem ganz eigenen Charme beeindruckt. Wir waren nun gespannt auf die vierte Hauptstadt unserer Reise – ich für meinen Teil hatte sehr geringe Erwartungen, da mein Pensum an Hauptstädten irgendwie gesättigt war. Auch diesmal war unser Städte-Rezept ein Erfolg: nur wenige Punkte festlegen, sich durch die Innenstadt treiben und so die Stadt auf uns wirken lassen – lediglich das Wetter machte uns einen kleinen Strich durch die Rechnung. Den heftigen Regenschauer überbrückten wir jedoch gekonnt mir dem noch notwendigen Kinderkleiderkauf – die beiden waren in den letzten Monaten so sehr gewachsen, dass fast alle Hosen zu kurz waren.

Helsinki wirkte auf mich viel großstädtischer als die anderen Hauptstädte und beeindruckte uns mit sehr abwechslungsreicher Architektur. Durch die Überfahrt zur Insel Suomenlinna – ein UNESCO Weltkulturerbe – erhielten wir auch wunderschöne Blicke auf die abwechslungsreiche Innenstadt.

Auf dem Weg nach Helsinki

Nach vier wunderschön erholsamen Tagen verließen wir „unser“ Cottage und machten uns auf den Weg Richtung Helsinki. Da die russische Grenze noch immer geschlossen war und wir so auf eine Stippvisite nach Russland verzichten mussten, fuhren wir so nah wie möglich an diese heran – einmal einen Blick hinter die europäische Union werfen. Dabei kamen wir an dem riesigen Outletcenter Zsar vorbei, das wie ausgestorben dalag. Nur wenige Läden hatten offen – es fehlte die russische Kundschaft. Das war schon ein ulkiges Gefühl, so durch die fast ausgestorbene Ladenzeile zu flanieren.

In Kotka legten wir einen Übernachtungsstopp ein und genossen bei dem Morgenspaziergang ein letztes Mal die abwechslungsreiche Schärenlandschaft – schon jetzt weiß ich, wie sehr ich das Meer in den nächsten Monaten vermissen werde. In Porvoo bummelten wir durch die historische Innenstadt, bevor wir den Campingplatz Rastila in Helsinki ansteuerten – unsere letzte Etappe in Finnland.

Wohnwagenpause

Seit genau drei Monaten sind wir nun im Wohnwagen unterwegs und allmählich haben wir alle einen kleinen „Wohnwagenkoller“.
Das liegt an zwei Faktoren: in Finnland ist es inzwischen Herbst, wir verbringen deutlich mehr Zeit im Wohnwagen als außerhalb und wenn die Sonne nicht scheint läuft auch tagsüber die Heizung. Dazu kommt, dass wir hier deutlich wenige Platz als im Camper in Neuseeland haben. Dort verbrachten wir zwar auch am Ende unserer Reise, da es Herbst wurde und die Temperaturen fielen, viel Zeit im Camper, da wir jedoch zwei Sitzbereiche hatten und die Kinder sich auch in den sehr großen Alkoven zurückziehen konnten, hatten wir deutlich mehr Platz.
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Das haben wir so vermisst – lange Wanderungen

Wir versuchten im Baltikum wirklich alles – aber wir fanden keine Wanderungen, sondern nur Spaziergänge von einer maximalen Länge von fünf Kilometer. 
Jetzt sind wir im absoluten Wanderparadies und genießen dies in vollen Zügen. Die Nationalparks sind zwar deutlich kleiner als in Neuseeland, verfügen aber auch über ein gut ausgebautes Wegenetz und eine fantastische Infrastruktur. An zentralen Stellen gibt es Feuerstellen mit Holzvorräten, Trockentoiletten und Unterstände zum Übernachten. Für die Übernachtung in einem der offenen Unterstände – das wäre noch ein absolutes Finnlandhighlight gewesen – ist es inzwischen hier schon zu kalt, bzw. unsere Schlafsäcke sind für so eine Aktion nicht warm genug. Der Herbst hat Einzug gehalten und zeigt sich von seiner schönsten Seite, die Blätter der Bäume färben sich allmählich und dank der schräg stehende Sonne haben wir den ganzen Nachmittag traumhaftes Herbstlicht. Leider sind auch die Temperaturen innerhalb einer Woche herbstlich geworden, so dass unsere Badeanzüge nur noch im Rahmen von Saunagängen zum Einsatz kommen. Weiterlesen

Auf dem Landweg ins Meer

Liebe Hanna, vielen Dank für diesen fantastischen Reisetipp! 
Nachdem wir unsere Vorräte bei Lidl in Salo aufgestockt und unseren Tank randvoll getankt hatten, ging es los in die Schärenlandschaft. Schon während den ersten Kilometern kamen wir auf den Geschmack: Schären der unterschiedlichsten Größe, Jachten und Schilfgürtel wechselten sich ab. Wenig später fuhren wir kurz nach der Ortschaft Pargas auf die erste von insgesamt neun Fähren, die wir in den nächsten Tagen nutzen mussten, um die Schärenrunde mit Auto und Wohnwagen zu bewältigen. Wir mussten uns beeilen, die Runde kann nur bis zum 31. August gefahren werden, dann geht die Fähre Nr. 6 (von Mossala nach Iniö) in den Winterschlaf. 
Auf Simonby vertraten wir uns bei einem „Naturstig“ noch die Beine und wurden mit finnischer Tierbeobachtung belohnt – nein, leider keine Elchfamilie, aber das Rehkitz stand nur drei Meter entfernt von uns, das war auch nicht schlecht. Da in dieser Gegend von Finnland überwiegend schwedisch gesprochen wird, sind alle Schilder zweisprachig, so dass wir doch einige Wörter entziffern können.
Gemütlich fuhren wir von einer Insel per Fähre zur nächsten, die Straßen wurden immer kleiner, unser Reisetempo immer langsamer, immer wieder mussten wir auf eine Fähre warten – Entschleunigung pur. Wir genossen die sich abwechselnde Landschaft, da uns im Baltikum doch die Berge gefehlt hatten. Hier wechselten sich Wälder, Seen, Kulturlandschaften ab und immer wieder gab es rechts und links es einen fantastischen Ausblick auf die Schären und das Meer.
Als wir in Galtby auf die Fähre nach Houtskär warteten, wurde uns bewusst, dass wir unseren Rückweg auch hier hätten antreten können: über die Insel Åland mit der Fähre bis nach Stockholm und dann den Landweg über Dänemark nach Deutschland. Weder Oli noch mir war bei der Planung der Rückreise bewusst gewesen, wie weit die Schären in die Ostsee hineinreichen und dass nicht nur die großen Fähren die Länder miteinander verbinden.
Gegen Abend kamen wir dann nach einem zeitlich langen, aber kilometermäßig kurzen Fahrtag im Mossala Island Resort an. Hier befindet sich auch der Fährhafen, der nur in den Sommermonaten in Betrieb ist, um Touristen nach Iniö zu bringen. Das Wetter wurde immer besser, so dass wir uns entschlossen hier „fast am Ende der Welt“ einen Pausentag einzulegen und die herbstliche Stimmung in der Nebensaison zu genießen. Weiterlesen

Saunieren in Finnland

Helsinki begrüßte uns mit Nieselregen und 19 Grad – ideale Temperaturen, um gleich Richtung südlichster Punkt von Finnland zu fahren. Nach einer Stunde – der Regen machte gerade kurz Pause – gönnten wir uns Kaffee und Kuchen in einem netten Café in Ekenäs. Kurz schluckten wir, als wir bezahlten. Die Preise waren höher als in der Innenstadt von Stuttgart. Das war wohl der letzte Besuch im Café für die nächsten Wochen. Da kochen wir unseren Kaffee in Zukunft wieder selbst. 
Kurz danach kamen wir am Campingplatz in Koppärö an. Da die Homepage nur auf Finnisch war, verließen wir uns nur auf die Bilder, die wir über Google erhielten. Unser erster Eindruck war: hier ist es aber voll! Auf den zweiten Blick war dann klar, dass hier unglaublich viele Dauercamper stehen. Wir wurden ja von Johan und Hanna schon vorgewarnt, dass die Finnen genauso verschlossen und wenig kommunikativ seien, wie die Balten. Zum Glück befinden wir uns hier in einer Gegend, in der überwiegend schwedisch gesprochen wird und auch die Mentalität der Menschen scheint der schwedischen ähnlich zu sein. Freundlichst grüßen die Menschen sich hier gegenseitig. Wenig später saßen wir in der Sauna und auch hier herrschte ein reger Austausch – entweder in der Sauna oder beim anschließenden Bierchen auf der Terrasse. Weiterlesen

Sind wir aus Glas?

Unsere Reise hat uns dieses Jahr nicht nur bzgl. Norden und Süden in zwei Extreme geführt, sondern wohl auch bzgl. Höflichkeit und Freundlichkeit. Während wir in den Neuseeländern und Neuseeländerinnen wohl das positive Extrem gefunden haben, hat uns das Baltikum den Gegenpol gezeigt. In Neuseeland grüßen sich alle. Auch die Antwort auf die Frage „How are you“ ist von Interesse und nicht bloße Floskel. Ein kurzer Schnack über die Schönheit einer Wanderung oder den wunderbaren Strand ist auch schon fast ein Muss und das Interesse wo man herkommt ist nicht geheuchelt. Man fühlt sich rundherum willkommen und hat das Gefühl die Menschen interessieren sich für einander. Wir empfanden das als sehr angenehm. 

Mit diesem auch für uns sonst üblichen Verhalten sind wir dann im Baltikum nicht mehr ganz so auf der Linie der locals gewesen. Weiterlesen

Tallinn – menschenleer

Es ist ganz untypisch für uns, dass wir uns schon wieder eine Stadt anschauen. Eigentlich meiden wir Städte auf unseren Reisen und sind fast nur in der Natur unterwegs. Aber dieses Jahr gibt es einfach die einmalige Chance Tallinn (wie schon zuvor Riga und Vilnius) mit fast keinen anderen Tourist*innen zu erleben. 
Wir haben uns die Altstadt den ganzen Tag über erlaufen – 11 Kilometer und am Ende war Nele wirklich müde und wollte keinen Schritt mehr machen. Wir ließen uns treiben, schauten in viele Hinterhöfe und waren immer wieder fasziniert vom Alter der wunderschön renovierten Häuser. Cafés und Restaurants waren noch leerer als in den anderen Hauptstädten, an vielen Stellen wurde mit Ermäßigungen geworben. Es war ein erlebnisreicher Tag und der perfekte Abschluss für zwei Monate Baltikum.

Finnland – wir kommen (ganz schnell, bevor am 24.8. die Reisebeschränkungen für Finnland kommen….)!

Unser Stadtcampingplatz – am Jachthafen

Lahemaa Nationalpark

Anfang Juni, als wir in Stuttgart losfuhren, dachten wir ja, wir hätten alle Zeit der Welt für Polen und die baltischen Länder. Ganz gemütlich reisten wir und machten nur wenig Zeitpläne. Jetzt, da wir uns entschlossen haben doch noch nach Finnland zu fahren, wird die Zeit doch knapper, so dass wir leider nur zwei Tage im Lahemaa Nationalpark verbrachten.
Es ist der erste Nationalpark, der in der Sowjetunion gegründet wurde und wir hätten gern mehr Zeit hier verbracht, um die wunderschöne Landschaft an der Ostseeküste zu erkunden. So unendlich viele Buchten am Meer und dichte Wälder gibt es zu sehen, unberührte Natur mit Flüssen, Seen und Mooren. Auch Füchse, Luchse und Bären soll es hier geben – die haben wir allerdings nicht zu Gesicht bekommen. Aber die Stille ganz alleine in der Natur zu genießen und nur das Vogelgezwitscher und Meeresrauschen zu hören, das war Erlebnis genug. Lahemaa gehört zu den Orten, zu denen ich zurückkehren möchte. 

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